Nachtschweiß

Schwitzen ist eine wichtige Körperfunktion, die keines Wegs an körperliche Aktivitäten gekoppelt ist. Auch nachts, wenn unser Körper vermeintlich passiv im Bett liegt, schwitzt er. Und das ist gesund. Wir erklären, wann Nachtschweiß normal ist und ab wann Sie etwas unternehmen sollten.

Grundsätzlich gilt, dass Schwitzen für unseren Körper unerlässlich ist. Da der menschliche Organismus nur in einem sehr geringen Bereich gesund arbeitet, steuert der Körper die eigene Temperatur unter anderem über den Schweiß. Durch die Feuchtigkeit auf der Haut entsteht Verdunstungskälte und der Organismus wird über die Haut gekühlt. Im Schlaf senkt der Körper die Temperatur um wenige Grad, um eine Überhitzung zu verhindern und gerät ins Schwitzen.

Wenn Nachtschweiß zum Problem wird

Pro Nacht verliert der Mensch etwa einen halben Liter Schweiß, was normal und völlig unbedenklich ist. Nachtschweiß sollte aber dann angegangen werden, wenn er häufig und vom Betroffenen als besonders übermäßig wahrgenommen wird. Dabei kann Schwitzen im Schlaf sich unterschiedlich stark äußern: Ein leichter Schweißfilm auf der Haut ist ebenso möglich wie klatschnasse Haare und Bettwäsche. Wer im medizinischen Sinne unter Nachtschweiß leidet, erlebt ihn regelmäßig und stark.

Die häufigsten Ursachen von Nachtschweiß

Die häufigsten Ursachen von Nachtschweiß (Hyperhidrose) sind glücklicherweise harmlos und lassen sich schnell abstellen. Ungünstige Schlafbedingungen sind der häufigste Grund für die nächtliche Wasserattacke des Körpers. In diesem Fall ist Abhilfe leicht. Die Temperatur des Schlafzimmers ist zu hoch, es gibt zu wenig frische Luft oder die Bettdecke ist schlicht zu warm.

Auf Platz zwei der Gründe für den nächtlichen Schweiß liegt der Konsum. Also das, was Sie Ihrem Körper zugeführt haben. Alkohol, Nikotin und scharfes Essen. Auch bei diesen drei Ursachen ist Abhilfe leicht. Mäßigen oder noch besser streichen Sie den Nikotinkonsum, schränken Sie den Genuss von alkoholhaltigen Getränken ein oder seien Sie vorsichtig beim Griff in das Gewürzregal.

Die Ursachen von Nachtschweiß, denen Sie nachgehen sollten

Nachtschweiß (Hyperhidrose) kann auch andere Ursachen haben. Einige von ihnen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und müssen von einem Arzt behandelt werden, zum Beispiel Infektionen, Bluthochdruck oder Schilddrüsenprobleme.
Häufen sich die Schweißausbrüche in der Nacht und sind sie heftig, sollte medizinischer Rat eingeholt werden. Fällt das Schwitzen mit Symptomen wie: Schmerzen, Fieber oder Gewichtsverlust zusammen, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt vereinbaren. Oft liegt die Ursache des unangenehmen Schwitzens in hormonellen Schwankungen.

Typisch sind diese Begleiterscheinungen bei Schwangerschaften und in den Wechseljahren. Es können aber auch Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Typisch ist Nachtschweiß auch bei einigen Infektionskrankheiten. Das können eine Virus-Grippe oder eine Herzinnenhautentzündung sein. Tuberkulose geht neben anderen kennzeichnenden Symptomen sehr häufig mit nächtlichem Schwitzen einher. Mitunter kommen neurologische Erkrankungen infrage oder Schlafstörungen wie eine Schlafapnoe. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.