Matratze Härtegrad 2 – Die medium Matratzen

Matratzen werden bekanntermaßen in Härtegrade eingeteilt, wobei hier keine einheitlich gültige DIN-Norm existiert. Eine Tendenz ist natürlich dennoch gegeben. Der Matratzenhärtegrad 2 steht stellvertretend für die „medium“, „mittelfeste“ oder „mittlere“ Matratze.


Für wen eignet sich der Matratzen Härtegrad 2?

Der Härtegrad 2 wird in Deutschland am zweithäufigsten verkauft. Empfohlen wird er für Menschen mit einem Gewicht zwischen 60 und 80 Kilogramm. Vor allem Frauen kaufen sehr gern Matratzen mit einem Härtegrad 2. Dies liegt bei dem empfohlenen Gewicht nahe. Menschen mit häufigen Rückenproblemen oder schlicht mit einem höheren Gewicht sollten diesen Härtegrad jedoch nicht wählen. Zwar wird das „Einsinken“ in die Matratze meist als „Komfort“ fehlgedeutet. Das ist faktisch dennoch falsch. Sinkt die Person zu tief ein, wird der Körper im Schlaf nicht mehr adäquat unterstützt. Hierdurch können sich vor allem Rückenschmerzen noch intensivieren. Ebenso sind allgemeine Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich denkbar. Komfort ist abhängig von Gewicht, Größe, Statur und Schlaftyp.

Selecta TF5, TaschenfederkernWerkmeister Kaltschaummatratze M S50 Plus
Bei der Suche nach einer perfekten Matratze sollte nicht nur das eigene Gewicht berücksichtigt werden. Die Schlafposition, beispielsweise auf dem Rücken oder auf dem Bauch, ist ebenfalls ein nicht zu vernachlässigender Aspekt. Eine weitere Variable für einen gesunden und erholsamen Schlaf ist der Lattenrost. Üblicherweise sollten sich Rost und Matratze gegenseitig ergänzen.

Bei Lattenrosten existieren keine Härtegrade. Daher ist es umso wichtiger, diesen bei der Matratze sorgfältig zu wählen. Lattenroste kann man hingegen mitunter manuell oder automatisiert einstellen. Auch existieren Varianten, die bestimmte Körperzonen flexibler unterstützen können. Hochwertige Modelle verfügen über eine verstärkte Mittelzone zur individuellen Härtegradregulierung in diesem Bereich. Besonders Tellerlattenroste sind wegen ihrer sehr hohen Punktelastizität bekannt und geschätzt. Im Gegenzug kann ein fehlender Lattenrost oder schlicht ein nicht passendes oder minderwertiges Produkt positive Eigenschaften der Matratze aushebeln. Wer also das Gefühl hat, dass er nicht adäquat einsinkt, sollte sich neben dem Härtegrad der Matratze auch vom Lattenrost überzeugen.

Unterschiede beim Härtegrad 2 zwischen den Materialien

Wie bereits eingangs erwähnt, existieren Differenzen in den Härtegraden nicht nur zwischen Herstellern. Auch die genutzten Materialien beeinflussen den Härtegrad. Vor allem das Liegegefühl weist deutliche Unterschiede auf. Einige Materialien sind schlicht weicher als andere. Deshalb sollte der Härtegrad 2 nicht komplett getrennt, sondern viel mehr in Bezug auf das Material gewählt werden.

Härtegrad 2 bei Kaltschaummatratzen

Die den Härtegrad bestimmenden Faktoren sind bei Kaltschaummatratzen das Raumgewicht und die Stauchhärte. Sie beeinflussen die Festigkeit oder Softigkeit der Matratze. Das Raumgewicht gibt die Dichte des für den Matratzenkern verwendeten Materials an. Die Stauchhärte (englischer Fachbegriff: Compression Hardness) gibt an, welche Kraft eingesetzt wird, um den Kaltschaum um 40 Prozent einzudrücken. Je niedriger die Stauchhärte ist, desto stärker drückt die Liegefläche bei Belastung ein. Diese Variablen werden gern genutzt, um bei Kaltschaummatratzen durch Einschnitte, Einleger und Ausfräsungen festere oder weichere Zonen zu kreieren. Mittels der Stauchhärte und dem Raumgewicht können folglich die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse erfüllt und eine ergonomische Lagerung sichergestellt werden.

Härtegrad 2 bei Federkernmatratzen

Die Zahl der Windungen und die Drahtstärke der jeweiligen Federn beeinflussen den Härtegrad. Die Drahtstärke vom Federkern beträgt bei dem Härtegrad 2 ungefähr 2,2 mm. Zum Vergleich: beim Härtegrad 1 ungefähr 2,0 mm. Preisgünstige Bonellfederkernmatratzen mit dem Härtegrad 2 nutzen verbundene Federn. Durch den Verbund verlieren diese an Punktelastizität. Weiterhin beeinflusst die Zahl der genutzten Federn das Liegegefühl. „Mehr“ bedeutet hier jedoch nicht immer „besser“. Taschenfederkern- und Tonnentaschenfederkernmatratzen ermöglichen ein punktelastisches, rückenschonendes Liegen mit ergonomischer Funktion. In der Regel sind Modelle mit Taschen- oder Tonnentaschenfederkern zoniert. Dies wird mit unterschiedlich starken Federn erreicht.

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Härtegrad 2 bei Naturlatex- und Latexmatratzen

Bei Matratzen aus Syntheselatex oder Naturlatex lässt sich die Festigkeit nicht über die Stauchhärte, sondern über die Materialkombination beeinflussen. Latexmatratzen besitzen mitunter lediglich einen Härtegrad. Zumindest der Latexhärtegrad ist oft wählbar. Hierbei liegt das Augenmerk auf der Materialkombination, beispielsweise dem Einsatz von mehr Naturlatex. Durch das damit erhaltene Raumgewicht lässt sich der Härtegrad mitsamt dem Liegegefühl zumindest anpassen. Der eigenständige Härtegrad 2 der Matratze ergibt sich immer durch weitere Materialien. Beispielsweise profitiert das Liegegefühl von elastischem und gut stützendem Rosshaar mit hoher Festigkeit. Ein Anteil an latexiertem Kokos im Matratzenkern sorgt für eine festere Schlafunterlage.

Härtegrad 2 bei Visco Matratzen

Eine Schicht aus Viscoschaum besitzt tendenziell ein eher höheres Raumgewicht. Auf dem Matratzenmarkt gibt es Modelle mit reinem Matratzenkern aus Visco. Daneben gibt es Kaltschaummatratzen und Taschenfederkernmatratzen mit einer Kernummantelung oder auch Kernabdeckung aus Viscoschaum. Bei diesen Modellen sorgen Federkern oder Kaltschaumkern für eine optimale Körperanpassung und Körperunterstützung. Der Viscoschaum optimiert die Anpassungsfähigkeit und gestaltet die Liegefläche weicher. Bei Matratzen mit Viscoschaumkern trägt der punktelastische Schaum ganz allein durch dessen Stützkraft den Körper. Er passt sich perfekt an die Konturen an und sorgt für eine unvergleichliche Körperanpassung.

Visco Matratzen besitzen immer ein eher weicheres Liegegefühl. Dies hängt jedoch nicht zwingend mit dem gewählten Härtegrad 2 oder einem anderen Grad zusammen. Deshalb rückt der Härtegrad 2 bei der Visco-Matratze etwas in den Hintergrund. Stattdessen sollte sich der Blick auf ein entsprechend hohes Raumgewicht des Kerns richten. Dieser sorgt für die stützende Wirkung und verfügt über eine hohe Formstabilität.