Alltagssymptom Rückenschmerzen: Die häufigsten Arten und ihre Ursachen

In unserer modernen Welt, geprägt von Technologie und Fortschritt, bleiben Rückenschmerzen eine anhaltende Herausforderung für Millionen von Menschen weltweit. Vom simplen Ziehen bis hin zu chronischen Beschwerden beeinträchtigen sie erheblich die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit. In Deutschland haben etwa 80-85 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen erfahren, was sie zu einer weit verbreiteten Zivilkrankheit macht. Diese unsichtbare Epidemie trifft Menschen jeden Alters und Hintergrunds, wobei Frauen häufiger betroffen sind und der untere Rücken besonders anfällig ist. Doch was sind Rückenschmerzen genau und welche Arten und Ursachen gibt es?

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Was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind ein häufiges und oft unterschätztes Problem, das die Lebensqualität vieler Menschen beeinträchtigen kann. Etwa ein Drittel der Erwachsenen leidet häufig oder ständig unter Rückenschmerzen, wobei der untere Rücken doppelt so oft betroffen ist wie der obere. Besonders häufig treten die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Nahezu tägliche Rückenschmerzen von mindestens dreimonatiger Dauer erlebt jede vierte Frau und jeder sechste Mann. Diese Beschwerden können sich nicht nur vom Nacken bis zum Kreuz ausbreiten, sondern auch radiär in Arme oder Beine ausbreiten. Dies weist oft auf  eine Beteiligung der Nervenwurzeln hin. Zur Genesung und Prävention spielen körperliche Aktivität und eine gesunde Lebensführung eine entscheidende Rolle. Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Bewegung nicht nur die Rückenmuskulatur stärkt, sondern auch die Flexibilität der Wirbelsäule verbessert und Rückenschmerzen vorbeugt. Eine ergonomisch gestaltete nächtliche Unterstützung, wie geeignete Matratzen und Schlafposition, kann ebenfalls dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Arten von Rückenschmerzen:

Jedoch sind Rückenschmerzen nicht gleich Rückenschmerzen. Denn Rückenschmerzen werden je nach Ursache, Dauer, Lokalisierung und Verlauf klassifiziert.

Ursache: Rückenschmerzen können spezifisch oder unspezifisch sein. Spezifische Schmerzen haben eine klare organische Ursache, wie z.B. Bandscheibenvorfälle oder degenerative Erkrankungen. Unspezifische Rückenschmerzen entstehen oft durch Verspannungen oder Reizungen ohne erkennbare organische Ursache.

Dauer: Akute Rückenschmerzen treten plötzlich auf und dauern weniger als 6 Wochen, subakute dauern 6 Wochen bis 3 Monate. Chronische Rückenschmerzen halten länger als 12 Wochen an, und rezidivierende Rückenschmerzen treten nach einer symptomfreien Phase von mindestens 6 Monaten erneut auf.

Lokalisierung: Rückenschmerzen können im Nacken (zervikal), in der Brustwirbelsäule (thorakal) oder im unteren Rücken (lumbal) auftreten. Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen, werden als radikulär oder pseudoradikulär bezeichnet.

Verlauf: Unkomplizierte Rückenschmerzen haben keine Ausstrahlung und heilen oft spontan, während komplizierte Schmerzen neurologische Symptome aufweisen und eine spezifische Behandlung erfordern.

Die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben, da der Schmerz im Rücken keine Krankheit an sich ist, sondern ein Symptom verschiedener zugrunde liegender Probleme. Die häufigsten Ursachen sind folgende.

Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen

Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen sind die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Diese Leiden entstehen oft durch eine Kombination aus Fehlhaltung, Bewegungsmangel und Stress. Viele Menschen verbringen lange Stunden im Sitzen, sei es am Schreibtisch, im Auto oder vor dem Fernseher, weshalb eine schlechte Sitzhaltung oft Grund für Rückenbeschwerden ist. Eine schlechte Sitzhaltung, bei der die Wirbelsäule nicht optimal unterstützt wird, führt dazu, dass bestimmte Muskelgruppen überbeansprucht werden. Insbesondere die tieferen Haltemuskeln verkürzen sich und die oberflächlichen Bewegungsmuskeln werden geschwächt.  Doch nicht nur die falsche Sitzhaltung kann Auslöser für Muskelverspannungen bzw. Muskelverhärtungen sein. Oftmals sind auch psychische Faktoren wie emotionaler Stress Auslöser für solche Verspannungen. Wenn Stress, Angst und seelische Konflikte unterdrückt werden, produziert der Körper mehr Stresshormone, was unbewusst zu einer Abwehrhaltung und Muskelanspannung führt. Ohne Ausgleich durch Bewegung oder Ruhe kann diese Reaktion langfristig zu Rückenschmerzen aufgrund psychischer Ursachen führen. Somit ist Ruhe und Schlaf entscheidend zur Vermeidung und Vorbeugung von Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen. Eine unterstützende Matratze kann helfen, um jene Rückenschmerzen zu vermeiden.

Hexenschuss

Hexenschuss, auch bekannt als akute lumbale Rückenschmerzen, ist ein plötzlich auftretender Zustand im unteren Rückenbereich, der oft durch alltägliche Bewegungen wie das Heben eines schweren Gegenstands oder das Drehen des Körpers ausgelöst wird. Dieser Zustand betrifft häufig Personen, deren Rückenmuskulatur oder Wirbelsäule überlastet oder durch falsche Bewegungen belastet wurde. Die Schmerzen können intensiv sein und die Bewegungsfreiheit stark einschränken. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Hexenschuss verschiedene Ursachen haben kann, einschließlich Muskelzerrungen, Bandscheibenvorfälle oder Entzündungen der Facettengelenke. Risikofaktoren wie Übergewicht, mangelnde körperliche Fitness und schlechte Haltung erhöhen die Anfälligkeit dafür. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt ist entscheidend, um schwerwiegendere Ursachen auszuschließen und eine gezielte Behandlung einzuleiten. Behandlungsoptionen können Physiotherapie, Schmerzmittel und in schweren Fällen sogar chirurgische Eingriffe umfassen. Die Prävention durch regelmäßige Bewegung, Stärkung der Rückenmuskulatur und die Aufrechterhaltung einer guten Haltung sind ebenfalls wichtige Maßnahmen. Für Betroffene ist es hilfreich zu wissen, dass ein Hexenschuss in den meisten Fällen gut behandelbar ist und mit der richtigen therapeutischen Unterstützung oft eine vollständige Genesung möglich ist.

Bandscheibenvorfälle

Auch Bandscheibenvorfälle sind häufig der Grund für Rückenschmerzen. Die Bandscheiben fungieren als elastische Polster zwischen den Wirbeln und wirken als Stoßdämpfer. Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der weiche Kern einer Bandscheibe durch einen Riss im äußeren Ring nach außen dringt und auf die umliegenden Nerven drückt. Dies kann zu intensiven Schmerzen führen, die oft in die Beine (Lumboischialgie) oder Arme (Zervikobrachialgie) ausstrahlen. Ursachen für Bandscheibenvorfälle sind vielfältig und reichen von altersbedingtem Verschleiß über plötzliche Belastungen bis hin zu chronischen Fehlhaltungen. Die Schmerzen können so stark sein, dass sie die Bewegungsfähigkeit erheblich einschränken und eine medizinische Behandlung erforderlich machen.

Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule

Degenerative Erkrankungen wie Osteoarthritis (Arthrose) und Spondylose sind ebenfalls häufige Ursachen für Rückenschmerzen, besonders bei älteren Menschen. Diese Erkrankungen betreffen den Verschleiß der Wirbelsäule und der Zwischenwirbelgelenke. Osteoarthritis führt zu einer Abnutzung des Knorpels, der die Gelenke schützt, während Spondylose den allgemeinen Verschleiß der Wirbelsäule beschreibt, einschließlich Bandscheiben und Facettengelenken. Diese degenerativen Veränderungen können zu chronischen Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen führen. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und verschlechtern sich mit der Zeit, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Ursachen sind oft eine Kombination aus genetischer Veranlagung, Alter, früheren Verletzungen und übermäßiger Belastung der Wirbelsäule.

Fazit

Eine gezielte Behandlung und Prävention von Rückenschmerzen sind unerlässlich, um die Lebensqualität zu erhalten. Regelmäßige Bewegung, Haltungsschulung und eine rückenfreundliche Schlafumgebung sind entscheidend, um Rückenschmerzen vorzubeugen und zu lindern. Eine ergonomische Schlafumgebung  wie eine orthopädische Matratze und einer rückenfreundlichen Schlafposition kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität auch nachts aufrechtzuerhalten. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sowohl Bewegung als auch eine ergonomisch gestaltete Schlafumgebung wesentlich zur Vorbeugung und Behandlung von Rückenschmerzen beitragen können (Hildebrandt et al., 2020; van Dieën et al., 2018).