Polypropylen

Polypropylen oder Polypropen, auch unter dem Kürzel PP bekannt, bezeichnet ein vielseitig verwendbares Material innerhalb der Gruppe der Standardthermoplaste. Dieser Begriff bezeichnet Kunststoffe, die sich durch eine hohe Verformbarkeit bei Temperatureinwirkung auszeichnen.

Aufgrund dessen können sie in unzähligen industriellen Herstellungsverfahren eingesetzt werden und lassen sich gut bearbeiten. Polypropylen gilt heute mit einer weltweiten Produktion von dreißig Millionen Tonnen pro Jahr als einer der wichtigsten Kunststoffe überhaupt.

Geschichte der Herstellung von Polypropylen

Polypropylen wurde im Jahr 1951 von den beiden Chemikern Robert Banks und Paul Hogan im Auftrag des US-amerikanischen Öl-Konzerns Philipps Petroleum erstmals synthetisiert.

Die Synthese auf großtechnischer Ebene gelang sechs Jahre später dem italienischen Wissenschaftler Guilio Natta in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Montecatini. Auf seine Entdeckung folgte ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen mehreren Firmen, die das Patent für sich beanspruchten. Der Kunststoff, den Guilio Natta entwickelt hatte, erwies sich als härter, stoßfester und temperaturunempfindlicher als das bereits seit den Dreißigerjahren gebräuchliche Polyethen. Dadurch bot es eine deutlich größere Bandbreite an Produktionsmöglichkeiten. Der durch Polymerisation von Propen produzierte Kunststoff wurde ursprünglich mit Hilfe des Ziegler-Natta- Katalysators hergestellt. Heute kommen Katalysatoren zum Einsatz, mit denen verschiedene räumliche Strukturen von langkettigen Polymeren erzielt werden. Dadurch können die Eigenschaften des Kunststoffes heute im Produktionsprozess wesentlich beeinflusst werden.

Einsatzgebiete von Polypropylen

Standardthermoplaste wie Polypropen kommen in unterschiedlichen Industriesparten zum Einsatz. Sie besitzen eine variable Taktizität. Isotaktisches Polypropylen ist kristallin. Ataktisches, nichtkristallisierendes Propylen findet beispielsweise im Bauwesen, in der Elektrotechnik und in der Herstellung von Fahrzeugen Verwendung. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Produktion von Folien, Platten und Geweben in der Textilindustrie.

Besonders Heimtextilien, Sportbekleidung und Teppich bestehen oft zum Teil aus diesem Kunststoff. Dieser zeichnet sich vor allem durch seine hohe Widerstandsfähigkeit und sein geringes Gewicht aus. Polypropylen reagiert unempfindlich gegen jede organische Substanz und findet sich unter anderem in Haushaltsgeräten, Netzen, Taschen, Schuhabsätzen, Rohrleitungen und als Beton im Pool. Produkte aus Polypropylen sind nicht gesundheitsschädlich, wie man glauben könnte. Deren Herstellung erfolgt ohne den Zusatz schädlicher Weichmacher wie BPA. Im Gegensatz zu anderen Kunststoffen ist dieser geschmacks- und geruchsneutral und wird in der Pharmazie ebenso eingesetzt wie im Lebensmittelbereich. Der vielseitig verwendbare Kunststoff eignet sich zudem hervorragend für die thermische Verformung. Er wird zu unterschiedlichen Fasern verarbeitet und ist ein wichtiges Material für die Herstellung von kostengünstigen und robusten Schonbezügen für Matratzen und Bettwaren.

Vorteile von Schonbezügen aus Polypropylen

Dünne Gewebe und Folien aus Polypropylen bieten als Matratzen- und Bettwarenbezüge zahlreiche Vorteile. Sie zeichnen sich durch eine optimale Hautverträglichkeit aus, können problemlos mit Schleimhäuten in Berührung kommen und sind auch für Allergiker unbedenklich. Folien aus Polypropylen sind aufgrund der hohen Oberflächenspannung stark feuchtigkeitsabweisend und leiten Körperflüssigkeiten und Schweiß schnell nach außen.

Matratzenbezüge aus diesem Thermoplast haben sich daher nicht nur für den Privatgebrauch, sondern auch im medizinischen Bereich erfolgreich bewährt. Auch Menschen, die unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, profitieren von dem Gebrauch eines hauchdünnen Schonbezugs aus diesem Kunststoff. Daraus hergestellte milbendichte Zwischenbezüge, sogenannte Encasings, fungieren als Schutzbarriere, die schon Teilchen ab einer Größe von einem halben Mikrometer zurückhalten. Weder der allergieauslösende Milbenkot noch Hautschuppen des Schlafenden können durch das Gewebe dringen. Auf diese Weise werden die Nahrungszufuhr der Parasiten und in weiterer Folge deren Besiedlung in Matratzen und Bettwaren deutlich reduziert.