Naturlatex

Naturlatex, auch als Kautschuk oder Naturkautschuk bezeichnet, wird auf sogenannten Kautschukplantagen in Ostasien, Afrika oder Südamerika gewonnen. Experten differenzieren zwischen verschiedenen Kautschuk-Arten. Neben dem aus ökonomischer Sicht wichtigsten Kautschuk, dem Naturlatex, der aus dem Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) stammt, gibt es Chicle-Gummi, Balata, Guttapercha und Guayule-Kautschuk. Naturlatex wird in erster Linie durch Vulkanisation zur Gummiherstellung genutzt.

Er weist je nach Verarbeitung unterschiedliche Eigenschaften auf. Nicht-vulkanisierter Kautschuk ist viskoelastisch, das heißt, er verformt sich bei Belastung und kehrt anschließend nahezu in seine ursprüngliche Form zurück. Nach der Vulkanisation zeigt der Naturlatex eine erhöhte Elastizität, sodass das Material nach Krafteinwirkung seine ursprüngliche Form wieder vollständig einnimmt.

Ab einer sehr niedrigen Temperatur wird Kautschuk und Gummi fest und spröde. Naturkautschuk ist im Vergleich zu synthetischen Varianten wesentlich strapazierfähiger und wird in vielen Nutzungszusammenhängen synthetischem Latex vorgezogen.

Die Gewinnung von Naturlatex und seine Weiterverarbeitung

Wie schon der Name Kautschuk verrät (indian. cao = Baum und ochu = Träne), handelt es sich um eine fast milchige Flüssigkeit, die aus Bäumen gewonnen wird. In diesem Fall handelt es sich um den Kautschukbaum (Hevea brasiliensis). Um an das Naturlatex zu gelangen, wird die Rinde des Kautschukbaumes angeschnitten, sodass der Milchsaft herausrinnt. Der Naturlatex wird in Behältern gesammelt und je nach Endprodukt weiterverarbeitet. Die Flüssigkeit setzt sich aus Wasser (bis zu 75 Prozent), Kautschuk (bis zu 35 Prozent), Harzen und anderen Stoffen zusammen. Um aus Naturlatex Gummi herzustellen, wird er durch den Einsatz von Hitze und Druck widerstandsfähig gemacht. Diesen Vorgang nennt man Vulkanisation.

Welche Produkte gibt es aus Naturlatex?

Naturlatex beziehungsweise Naturkautschuk wird in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet. Der größte Teil des weltweit gewonnenen Naturlatex wird für die Produktion von Autoreifen verwendet, etwa 70 Prozent. Aus weiteren zwölf Prozent werden verschiedene andere Latexprodukte, aus acht Prozent Produkte aus dem technischen Bereich hergestellt.

Zu den wichtigsten Produkten, neben Auto- sowie Flugzeugreifen, gehören Gummihandschuhe, Teppichrückenbeschichtung, Kondome, Luftballons, Kleidungsstücke und Matratzen. In Bezug auf Naturkautschuk existieren weltweit verschiedene Zertifizierungen, die für Verbraucher sowie Händler von Bedeutung sind. Dazu zählen unter anderem das Fair-Rubber-Logo für fair gehandelten Kautschuk oder das QUL-Zertifikat für Schadstofffreiheit.

Diese Eigenschaften haben Matratzen aus Naturlatex

Eine Matratze aus Naturlatex ist ein reines Naturprodukt und gilt deshalb als Naturmatratze, frei von jeglichen Schadstoffen. Immer mehr Käufergruppen sind an Latexmatratzen interessiert.

Grund dafür sind ihre positiven Liegeeigenschaften und Klimabedingungen. Naturlatex-Matratzen sind punktelastisch und in der Lage, sich an die individuelle Liegeposition jedes Menschen anzupassen, unerheblich, welche Liegepositionen sie bevorzugen. Naturlatex-Matratzen sind daher für Rücken-, Seiten- und Bauchschläfer gleichermaßen sowie für Babys und Kleinkinder geeignet.

Zudem ist das Material von Natur aus wasser- und schmutzabweisend, sodass vor allem Hausstauballergikern eine Naturlatexmatratze zugutekommt. Dennoch sollten Allergiker und sensible Personen vor dem Kauf abklären lassen, ob sie auf Latex oder Gummi reagieren. Weiterhin überzeugen Naturlatex-Matratzen mit einer unkomplizierten Reinigung. Feuchtigkeit und Staub können einfach mit einem feuchten Wischtuch entfernt werden.